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Offene Beine bzw. Beingeschwüre können bei langfristigem Bestehen, d.h. chronischem Verlauf, Folge von arteriellen oder venösen Durchblutungsstörungen sein. Im
Falle arterieller Erkrankungen liegt die Ursache für eine Entwicklung von Beingeschwüren in einer fortgeschrittenen Mangeldurchblutung, welche zu Gewebszerstörungen führt. Ursache dieser Mangeldurchblutung ist meist
eine Gefässverkalkung (Atherosklerose) mit kritischen Gefässverengungen oder -verschlüssen. Diese bedingen eine chronische Unterversorgung der Beinweichteile mit Blut, Sauerstoff und Nährstoffen. Bei chronischen
Venenleiden im fortgeschrittenen Stadium kann es ebenfalls zu offenen Beinen kommen. Hier liegt die Ursache in einem übermässigen Rückstau des Venenblutes, welcher zu Flüssigkeitsaustritten in die Beinweichteile
(Oedeme) und zu erheblichen Störungen von Mikrozirkulation, Stoffaustausch und Ernährung der Weichteilgewebe führt. Bei offenen Beinen sind die bestehenden Geschwüre oftmals sehr hartnäckig, schwer und langwierig zu
behandeln. Die Meduna-Klinik steht unter der ärztlichen Leitung eines Internisten mit angiologischem (gefässmedizinischem) Schwerpunkt. Infolgedessen bietet unsere Klinik umfangreiche Möglichkeiten einer
gefässbezogenen fachangiologischen Diagnostik und Therapie, welche die Behandlung offener Beine bei gefässbedingten Ursachen einschliesst. Zum besseren Verständnis der folgenden Seiten zeigen die unten
stehenden Abbildungen schematisch die normalen Verhältnisse der arteriellen und venösen Beinversorgung beim Gesunden (modifiziert nach Rudofsky). Die Hauptschlagader des Bauches (Bauchaorta, 1
) gabelt sich in die rechte und linke Beckenschlagader (Arteria iliaca communis, 2). Diese bildet nach relativ kurzstreckigem Verlauf zwei Äste. Die Arteria iliaca interna (3) versorgt innere Organe des
Beckens und Bauchraumes, die Arteria iliaca externa (4) zieht zur Leistenregion und geht in die Oberschenkelschlagader über (Arteria femoralis communis, 4). Wiederum nach
kurzstreckigem Verlauf teilt sich die Arteria femoralis communis in zwei Äste. Die Arteria profunda femoris (5) verläuft in die tiefen Weichteile des Oberschenkels, die Arteria femoralis superficialis (6
) erstreckt sich in relativ geradstreckigem Verlauf zur Kniekehle und geht dort in die Kniekehlenarterie (Arteria poplitea, 7) über. Bei ihrem Eintritt in den Unterschenkel gabelt sich die Kniekehlenarterie
in drei Gefässe, welche den Unterschenkel mit Blut versorgen. Die Arteria tibialis anterior (8) verläuft geschwungen zur Vorderseite des Unterschenkels und setzt sich als Arteria dorsalis pedis in den Fussrücken
fort. Die Arteria tibialis posterior (9) zieht in relativ gerader Fortsetzung der Kniekehlenarterie weiter an der Rückseite des Unterschenkels zum
Innenknöchel und biegt dort in geschwungenem Verlauf zum Fuss. Die Arteria fibularis (in der Abbildung nicht mit Nummerierung versehen) verläuft als dritter Ast der Kniekehlenarterie zwischen der Arteria tibialis
anterior und posterior in der Tiefe des Unterschenkels in Richtung Aussenknöchelregion. Der Fuss wird über mehrere Äste der Arteria tibialis anterior und posterior mit Blut versorgt.

Die oben stehenden Abbildungen zeigen den Verlauf des tiefen und oberflächlichen Venensystems mit Perforansvenen.Abbildung links: Die beiden oberflächlichen Stammvenen verlaufen an
Innen- und Aussenseite des Beines. Die Vena saphena magna (1) erstreckt sich vom Innenknöchel bis unterhalb der Leiste und mündet in die tiefe Oberschenkelvene (5). Die Vena saphena parva (2
) verläuft im Unterschenkel bis etwa zur Kniekehle ünd mündet in die dortige tiefe Vene (4). Vena saphena magna und parva geben mehrere Seitenäste ab,
welche jeweils unter der Haut des Ober- und Unterschenkels verlaufen. Das tiefe Venensystem gliedert sich in mehrere Unterschenkelvenen, von denen zur verbesserten Übersicht nur eine in der Abbildung eingezeichnet ist (
3). Diese tiefen Unterschenkelvenen münden in die Kniekehlenvene (Vena poplitea, 4), welche sich in die tiefe Oberschenkelvene (Vena femoralis, 5) fortsetzt. Von dort wird das Beinvenenblut über die
Beckenvene (Vena iliaca, 6) zur unteren Hohlvene (Vena cava inferior, 7) geleitet. Die Perforansvenen (ohne Nummerierung) bilden mehrere kurzstreckige Querverbindungen zwischen oberflächlichen und tiefen
Venen. Abbildung rechts: Tiefes Venensystem (1) und oberflächliche Venen (2 und 3) stehen über mehrere quer verlaufende Perforansvenen (ohne
Nummerierung) in Verbindung. Die Richtung des Blutflusses wird mit Pfeilen gekennzeichnet. Die Venenklappen sind als Rückschlagventile so angeordnet und ausgerichtet, dass im Normalfall der Blutfluss in allen
Venen nur in einer Richtung verläuft, in den oberflächlichen Venen zum Herzen, in den Perforansvenen nur von den oberflächlichen zu den tiefen Venen. Auf diese Weise verhindern die Venenklappen bei regelrechter
Funktion einen übermässigen Rückstau des Blutes in die Beine. Copyright:
Prof. Dr. Piper, Meduna-Klinik, 56864 Bad Bertrich,
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